Zu den Plänen der SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs und Karl-Heinz Brunner, den Paragrafen 175 des Strafgesetzbuchs umzuwidmen und darin sogenannte “Homo-Heilungen” zu verbeiten, stellt der Bundesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union, Alexander Vogt, klar: “Die LSU lehnt sogenannte ‘Homo-Heilungen’ kategorisch und seit eh und je ab.” Die Thematik sei aber nicht neu und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich ihrer bereits sogar höchstpersönlich längst angenommen und eine 49-köpfige Kommission einberufen, die Vorschlägen zum Verbot der Konversionstherapien erarbeiten sollte.

Vogt sagt weiter: “Wir als LSU sehen eine Umwidmung sehr skeptisch, denn es besteht eindeutig die Gefahr, dass das von unzähligen Menschen unter diesem Paragrafen erlittene Leid in den Hintergrund tritt, wenn nachfolgende Generationen nur noch die neue Fassung kennen. Der Paragraf 175 beziehungsweise die nun im Strafgesetzbuch entstandene Freistelle steht exemplarisch für durch den Staat erlittenes Unrecht. Das darf nie in Vergessenheit geraten!” Mit dieser Position sieht sich die LSU an der Seite der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, die dieselben Bedenken hat.

Die LSU möchte in der Diskussion um ein Verbot der Konversionstherapien wieder mehr über die Inhalte, statt über die Form reden. “Es sollte in erster Linie um Inhalte gehen. Bereits jetzt überdeckt die Debatte um die Nummer des Paragrafen seinen Inhalt. Daher sind zunächst einmal gute inhaltliche Vorschläge vom SPD-geführten Justizministerium vorzulegen. Das sollte an allererster Stelle stehen und nichts anderes”, sagt Vogt.