Gemeinsam sichtbarer werden – dieses Ziel hat der Tag der lesbischen Sichtbarkeit am 26. April. Seit 2008 wird an diesem Tag jedes Jahr auf die Bedürfnisse und Rechte lesbischer Frauen aufmerksam gemacht. In der Gesellschaft werden sie immer noch all zu oft übersehen oder benachteiligt und stehen selbst in der LSBTI-Community nicht im selben Fokus wie schwule Männer. Charline Köhler, stellvertretende Bundesvorsitzende der LSU (Lesben und Schwule in der Union) betont deshalb: “Lesbisches Leben ist Teil unserer Gesellschaft und war auch immer Teil gesellschaftlicher Entwicklungen und Fortschritte. Da denke ich zum Beispiel an die Frauenbewegung und den Kampf um die Gleichstellung der Geschlechter. Lesbische Frauen waren oftmals Wegbereiter für das persönliche und berufliche Entfaltungspotenzial von Frauen in der Gesellschaft und sorgten so für mehr Chancengleichheit.”

Wenn es in den Medien um Themen wie Coming-out, homosexuelle Partnerschaften oder Regenbogenfamilien geht liegt der Fokus der Berichterstattung all zu oft immer noch zu einem Großteil auf schwulen Männern.

Zwei Punkte die Köhler zum diesjährigen Tag der lesbischen Sichtbarkeit gezielt ansprechen will sind einerseits die nach wie vor geringe Repräsentanz von lesbischen Frauen in den Medien und andererseits die ebenfalls geringere Repräsentanz lesbischer Frauen in Vorständen, Leitungs- und Führungsgremien von LSBTI-Organisationen. “Wenn es in den Medien um Themen wie Coming-out, homosexuelle Partnerschaften oder Regenbogenfamilien geht liegt der Fokus der Berichterstattung all zu oft immer noch zu einem Großteil auf schwulen Männern. Dadurch werden aber die Lebensrealitäten von lesbischen Frauen nicht ausreichend sichtbar, mit der Folge dass deren spezifische Bedürfnisse und Rechte von der Gesellschaft nicht richtig wahrgenommen werden können.”

Beteiligt euch, bringt euch ein – auch in der Vorstandsarbeit! Das sage ich aber auch selbstkritisch mit Blick auf uns als LSU.

“Das Problem besteht aber nicht nur auf Seiten der Medien, sondern ist selbst in den Organisationsstrukturen der LSBTI-Gemeinschaft zu finden. Denn Vorstandsarbeit, leitende Positionen und die Geschäftsführung werden in der Community hauptsächlich von schwulen Männern ausgefüllt. Hier müssen wir auch gezielt auf lesbische Frauen zugehen und sie für diese Mitarbeit motivieren. Das ist auch meine zentrale Botschaft für den Tag der lesbischen Sichtbarkeit: Beteiligt euch, bringt euch ein – auch in der Vorstandsarbeit! Das sage ich aber auch selbstkritisch mit Blick auf uns als LSU. Ich bleibe jedenfalls dran und kann sogar auf männliche Mitstreiter in meinem Vorstand setzen.”

Foto: Janusz Riese / LSU Thüringen