Pressemitteilung aus Anlaß der Abberufung eines katholischen Dekans wegen der Segnung eines homosexuellen Paares
(Wetzlar/Berlin 20.08.2008)

„Wir segnen Pferde, Autos, Devotionalien. Warum sollen wir dann nicht auch die Liebe zweier Menschen segnen. Wenn zwei Menschen von der Kirche einen Segen erbitten, hat die Kirche nicht das Recht, diesen Segen zu verweigern“, so der LSU-Bundesvorsitzende Reinhard Thole.

Die Segnung, auch von zwei homosexuell Liebenden ist mitnichten ein sakramentaler Akt und damit auch nicht die Gleichstellung mit dem Sakrament der Ehe.

Thole stellt klar: „Wir – alle Menschen – sind Kinder Gottes. So unterschiedlich wir sind, so einzigartig und gleichwertig sind wir aber doch.“ Und weiter: „Wir wollen uns nicht ausgrenzen lassen. Wir sind integriert in das gesellschaftliche und kirchliche Leben und leisten unseren Beitrag dazu.“

Die undifferenzierte Bewertung der Segnungsfeier durch die Limburger Diözesanleitung verdeutlicht leider, mit wie viel Angst das gesamte Thema Homosexualität immer noch in der katholischen Kirche besetzt ist.

Die äußerst würdevolle Segnungsfeier fand nach der standesamtlichen Trauung durch den Wetzlarer Oberbürgermeister vor 250 Gästen im Dom zu Wetzlar statt. Es war die 1. offizielle katholische Segnung eines homosexuellen Paares.