Aus Anlaß des 60. Jahrestages der Verkündung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) durch Eleanor Roosevelt am 10.12.1948 erklärt der Bundesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) Reinhard Thole:

(Berlin 10.12.2008) Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, deren 60. Jubiläum heute auf der ganzen Welt gefeiert wird, ist auch aus Sicht der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit und der Menschlichkeit. „Für uns als Homosexuelle sind die beiden ersten Artikel entscheidend. Artikel 1 lautet: Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren und in Artikel 2 ist das Recht auf ein Leben ohne Diskriminierung festgeschrieben.“

„Jedem stehen die Menschenrechte allein schon aufgrund seines Menschseins zu. Die sexuelle Identität ist ein wesentlicher Teil der menschlichen Persönlichkeit. Jeder muß das Recht auf ein selbstbestimmtes Sexualleben haben. Das ist der Kern des Menschenrechtsgedankens“, unterstreicht der Bundesvorsitzende Thole.

Doch leider sieht die Realität in über 70 Staaten der Erde immer noch anders aus. Dort gibt es Diskriminierungen unterschiedlicher Art bis hin zur Todesstrafe für homosexuelle Liebe. Allein in der Türkei gab es in den vergangenen sechs Jahren laut amnesty international 19 “Ehren”-Morde aufgrund der sexuellen Identität. „Das ist Mord aus niedrigsten Beweggründen! Das hat nichts mit Ehre zu tun! Das ist absolut inakzeptabel!“, betont Thole.

Thole wendet sich auch gegen jede Art von Relativismus, egal ob dieser mit kultureller Vielfalt, religiöser Toleranz oder regionalen Traditionen vermeintlich begründet wird. Thole wörtlich: „Die Menschenrechte gelten universell und sind unteilbar. Wir müssen die Universalität der Menschenrechte und den Kampf für ein selbstbestimmtes Leben nicht nur an Jahrestagen einfordern. Ich unterstützte hier nachdrücklich die Position des CDU-Generalsekretärs Ronald Pofalla, der fordert, dass jeder Tag ein Tag der Menschenrechte sein muß.“

Die LSU ermuntert die Bundesregierung in ihrer Politik gegen die Diskriminierung sexueller Minderheiten konsequent fortzufahren und sich nachdrücklich für die Anerkennung und Beachtung der Yogyakarta-Prinzipien zur Anwendung internationaler Menschenrechtsnormen und -standards in Bezug auf sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität einzusetzen. Es gilt das Thema Homosexualität zu enttabuisieren und das Schweigen zu brechen. Dazu setzt sich die LSU für die Thematisierung in internationalen Menschenrechtsgremien ein.

Abschließend zu einer menschenrechtlichen Vision befragt, antwortet Reinhard Thole: „Ich wünsche mir, daß wir einen Zustand erreichen, in dem niemand mehr wegen seiner sexuellen Identität diskriminiert wird, weder mißhandelt, noch unterdrückt, noch inhaftiert, noch gefoltert, noch getötet. Diese Forderung richte ich nicht nur alle die Staaten, sondern auch an alle Bürger.