(Berlin, 27.05.2009) Angesichts der weiterhin hohen Niveaus der HIV-Neudiagnosen fordert der stellvertretende Bundesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union (LSU), Björn Beck, eine Runden Tisch zur HIV- und AIDS-Prävention, der durch das Bundesgesundheitsministerium koordiniert werden soll.

“Es stecken sich jährlich immer noch knapp 3.000 Personen neu mit HIV an. Ich warne daher davor, die Infektionsgefahr zu unterschätzen. Prävention und Forschung kommt daher eine Schlüsselrolle zu”, unterstreicht Beck.

Die Erfolgsmeldung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) sieht der stellvertretende LSU-Bundesvorsitzende kritisch: ” Die steigenden Abssatzzahlen von Kondomen sind sicherlich begrüßenswert, letztlich kommt es aber auf die Infektionszahlen an, und solange die auf diesem hohen Niveau bleiben, haben wir weiterhin ein ernsthaftes Problem, daß wir gemeinsam und jeweils zielgruppenspezifisch angehen müssen.”

“Besorgniserregend ist insbesondere der 7-%ige Anstieg von Neuinfektionen in Berlin. Von Entwarnung kann also überhaupt keine Rede sein”, so Beck abschließend.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden 2.806 neue Fälle von Ansteckung mit dem HI-Virus gemeldet – und damit 32 mehr als 2007. Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben, stellen mit 65 Prozent weiterhin die größte Gruppe. Hier blieb die Zahl der Neudiagnosen 2008 (1555) im Vergleich zum Vorjahr (1552) praktisch unverändert. Der Anteil derjenigen, die sich durch heterosexuellen Kontakt angesteckt haben, liegt dabei laut RKI unverändert bei 17 Prozent (403 Fälle). Neu diagnostiziert wurden 2008 auch 21 HIV-Infektionen bei Kindern und Neugeborenen, die das Virus von ihrer Mutter bekommen haben.