IDAHOBIT am Sonntag, 17. Mai: LSU besorgt Situation junger LSBTI während Coronakrise und ruft zur Digital-Demo an CSD-Tagen auf!

IDAHOBIT am Sonntag, 17. Mai: LSU besorgt Situation junger LSBTI während Coronakrise und ruft zur Digital-Demo an CSD-Tagen auf!

Am kommenden Sonntag, 17. Mai ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Trans und Interphobie (IDAHOBIT). “Lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) erfahren in vielen Lebensbereichen – bis hin zur eigenen Familie, leider auch in Deutschland immer noch Ausgrenzung oder gar Gewalt. Elementar wichtig ist es daher, dass wir uns weiter klar und deutlich gegen Diskriminierung und für Akzeptanz einsetzen. Das wollen wir auch in der Zeit der Coronakrise deutlich machen.”, betont Alexander Vogt, Bundesvorsitzender der Lesben und Schwulen in der Union. Die LSU nimmt dabei insbesondere die Situation junger LSBTI in den Blick. Die bisherigen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen waren für junge LSBTI, vor allem wenn Sie ungeoutet sind oder aber die Eltern ihre sexuelle Orientierung beziehungsweise geschlechtliche Identität nicht akzeptieren, sehr belastend. Treffen mit unterstützenden Freundinnen und Freunden oder das Aufsuchen von Treffs, Beratungs- und Anlaufstellen fallen aus. Telefonische oder E-Mail-Beratungsangebote, wie sie der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) in vielen Städten als Alternative anbietet, dürften den Wert echter Begegnungen nicht ersetzen können. Die LSU ist dennoch sehr dankbar, dass der LSVD dieses Angebot in vielen Städten bereithält. “Die Virus-Pandemie verändert auch das Leben der Community. Viele Schutz- und Freiräume sind nicht zugänglich. Gerade für junge LSBTI sind aber Orte, an denen sie keinen Rechtfertigungsdruck aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer geschlechtlichen Identität befürchten müssen, in ihrem Selbstfindungsprozess sehr wichtig. Ein regelmäßiger digital organisierter Austausch untereinander wird sicher in vielen Begegnungszentren bereits kreativ umgesetzt. Vielleicht könnten darüber hinaus in besonders dringenden Fällen trotzdem Beratungstermine vor Ort ermöglicht werden – natürlich mit den notwendigen Abstandsregeln und Schutzvorkehrungen.”

Ein fester Termin im Jahr, der viele LSBTI zusammenbringt, sind die vielen auch regional organisierten Paraden und Straßenfeste zum Christopher Street Day, die in Zeiten von Corona auch nicht in gewohnter Weise stattfinden können. In vielen Städten und Regionen wurden sie bereits ganz abgesagt, mancherorts wurden sie auch nur zeitlich verschoben. Die LSU nimmt daher den Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie zum Anlass einen Aufruf für die CSD-Saison zu starten: “Wir werden leider nicht wie in den vielen Jahren zuvor in die CSD-Saison starten können, um gemeinsam für gleiche Rechte, für Akzeptanz und gegen Diskriminierung zu demonstrieren. Als LSU rufen wir dieses Jahr dazu auf zwar räumlich getrennt, aber in unseren Zielen vereint sichtbar zu werden. Macht mit! Seid kreativ. Macht ein Foto oder Video von Euch und Eurer Botschaft und postet Euer Statement für Vielfalt und Akzeptanz an den CSD-Tagen in Eurer Stadt! Lasst uns gemeinsam zeigen, für was wir kämpfen!”

Aufruf des Bundesvorsitzenden zur aktuellen Coronakrise

Aufruf des Bundesvorsitzenden zur aktuellen Coronakrise

Liebe Mitglieder,

die gegenwärtige Coronakrise ist für viele eine Gefahr und für uns alle eine große Herausforderung. Auch wir als LSU müssen darauf reagieren.

Wie bereits bekannt gegeben, wird unser diesjähriger Jahresempfang bis auf weiteres verlegt. Selbstverständlich wird der Bundesvorstand weiterhin regelmäßig in Telefonkonferenzen tagen. Auch die für April geplante Präsenzsitzung wird als Telefonkonferenz durchgeführt.

Ich möchte Euch alle bitten, bleibt nach Möglichkeit zu Hause! Lasst auch alle LSU-Aktivitäten außer Haus ruhen! Je nach Dauer und Intensität der Krise wird irgendwann auch über die Teilnahme an Straßenfesten und CSDs nachzudenken sein. Aber alles zu seiner Zeit. Je konsequenter sich nun alle voneinander fernhalten, umso größer ist die Chance auf baldige Eindämmung der Verbreitung des Virus.

Gleichzeitig möchte ich Euch bitten, Augen und Ohren offenzuhalten, ob auch in der LSU Mitglieder ggf. Hilfe benötigen. Und wer Hilfe benötigt, wende sich gerne an seinen Landes- oder den Bundesvorstand. Wir versuchen zu helfen oder Hilfe zu vermitteln, wo wir können.
Auch Vereinsamung ist in Zeiten wie diesen ein größeres Problem als sonst. Ruft Euch gegenseitig an! Macht “Stammtische” per Facebook-Video-Call. Werdet kreativ! Lasst uns zeigen, dass die LSU auch virtuell lebensfähig ist!

Am 30.3. wird die Struktur- und Satzungskommission der CDU – ebenfalls virtuell – im Rahmen einer Videokonferenz tagen. An diesem Termin soll es erstmals um unser Anliegen gehen, Vereinigung zu werden. Philipp Pohlmann und ich werden daran, wenngleich nun auch unter erschwerten Bedingungen, teilnehmen und für unsere Sache das Wort ergreifen. Mit Euren guten Wünschen und dem Wissen um Eure Unterstützung im Rücken, gehen wir die Aufgabe aber mit froher Zuversicht an.

Euch allen und Euren Lieben wünsche ich von Herzen: Bleibt gesund!

Herzliche Grüße
Euer
Alex Vogt

Abgesagte Termine aufgrund der aktuellen Pandemie

Abgesagte Termine aufgrund der aktuellen Pandemie

An dieser Stellte halten wir euch in nächster Zeit auf dem Laufenden, wenn auch von uns Veranstaltungen aufgrund der aktuellen Lage abgesagt, oder auf unbestimmte Zeit verlegt werden müssen. Eine große BITTE! Haltet euch an die vorgegebenen Regelungen, nur so werden wir hoffentlich schnell wieder in einen normalen Alltag zurückkehren können.

Donnerstag, 2. April 2020 – Stammtisch LSU Niedersachsen – ABGESAGT!
Samstag, 25. April 2020 – 33. Parteitag der CDU Deutschland – Auf unbestimmte Zeit verschoben!
Donnerstag, 14. Mai 2020 – Parlamentarischer Jahresempfang des LSU Bundesverbandes – Abgesagt, bzw. auf unbestimmte Zeit verschoben!
Samstag, 7. Juni 2020 – CSD Saarbrücken – ABGESAGT!

LSU zum Rückzug von AKK: „Geschlossenheit und Zusammenhalt in der Union sind ihr Antrieb!“

LSU zum Rückzug von AKK: „Geschlossenheit und Zusammenhalt in der Union sind ihr Antrieb!“

Der Bundesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) nimmt den angekündigten Verzicht von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf die Kanzlerkandidatur und damit langfristig einhergehend vom Parteivorsitz mit großem Respekt zur Kenntnis: „Annegret Kramp-Karrenbauer führt die CDU in einer schwierigen Zeit. Die Union ist in den letzten Jahren hinsichtlich ihrer programmatischen wie strategischen Ausrichtung vielstimmiger geworden. Geschlossenheit und Zusammenhalt waren und sind Kramp-Karrenbauers Antrieb, auch wenn oder gerade weil die Fliehkräfte immer stärker wurden. Dafür sind wir ihr auch als LSU dankbar.“, so Alexander Vogt, Bundesvorsitzender der LSU.

Alexander Vogt weiter: „Auch wenn es Zeiten gab, in denen die Reibung zwischen uns und Frau Kramp-Karrenbauer größer war, so zeichnet sie sich in Ihrer Zeit als Parteivorsitzende gegenüber uns als innerparteilicher Interessenvertretung für LSBTI, immer durch die Bereitschaft zum Dialog aus. Die LSU sieht sie als selbstverständlichen Teil einer vielfältigen Union. Mit ihr sind wir unserem Ziel, ein Teil innerhalb einer modernen CDU zu werden entscheidende Schritte weitergekommen. Für unsere Partei ist es aber erst mal wichtig die personellen Weichen für die nähere Zukunft richtig zu stellen. Eine CDU unter neuer Führung muss mittelfristig dringend wieder den Anschluss an die jüngere, bürgerliche Generation gewinnen – und diese steht mehrheitlich klar für einen anderen LSBTI-Kurs, als ihn unsere Partei oft noch vermittelt. Dafür werden wir als LSU auch in Zukunft an der Spitze der Union mit all unseren Kräften einstehen.“

In ehrendem Gedenken an Manfred Bruns

In ehrendem Gedenken an Manfred Bruns

Mit großer Bestürzung und Trauer haben wir erfahren, dass Manfred Bruns heute im Alter von 85 Jahren von uns gegangen ist.

Über Jahrzehnte war er einer der maßgeblichen Motoren für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans*identen und intergeschlechtlichen Menschen. Er gilt als einer der Väter der Lebenspartnerschaft und der Eheöffnung und durfte 2017 noch erleben, dass endlich auch nicht-heterosexuellen Menschen der Weg in die Ehe offenstand. Sein Kampf gegen den ehemaligen Paragrafen 175 StGB und sein unermüdlicher Einsatz für dessen Opfer werden wir nicht vergessen.

Ansprechpartner für viele Ratsuchende

Er war Ansprechpartner für viele Rat- und Hilfesuchende, die er beim LSVD in ehe- und familienrechtlichen Fragen, in Asylfragen und vielem mehr geduldig und fundiert beriet. Er war lange Zeit Bundessprecher des LSVD und trat auch als Rechtsexperte bei unzähligen Anhörungen im Bundestag in Erscheinung. Seine Mitwirkung beim Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und vielen anderen gleichstellungspolitischen Rechtsthemen hat in unserer Rechtsprechung Spuren hinterlassen, die ihn überdauern werden und für die wir ihm dankbar sind.

Die Verleihung des “Verdienstkreuzes Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland” und des “Preises für das Engagement gegen Diskriminierung” der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, sowie der “Magnus-Hirschfeld-Medaille” für besondere Verdienste um die Sexualreform oder der “Kompassnadel” des Schwulen Netzwerks NRW und viele Ehrungen mehr machten schon zu seinen Lebzeiten deutlich, wie wichtig Manfred Bruns für die Emanzipation von LSBTI war – und wie sehr man ihm dafür dankbar war.

Sein schelmischer rheinischer Humor war legendär

Besonders erinnern wir uns daran, dass er auf Empfehlung der LSU 2016 zum ersten Mal im Rahmen eines Seminars der Begabtenförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung als Referent eingeladen wurde, um über die politische Entwicklung der Gleichstellung in Deutschland zu sprechen. Obwohl er zu dem Zeitpunkt nur noch selten reiste, ließ er es sich nicht nehmen, von Karlsruhe nach Königswinter zu kommen.

Manfred Bruns hinterlässt eine große Lücke. Sein schelmischer rheinischer Humor war legendär, und manch angespannte Situationen konnte er damit entschärfen. Auch das wird fehlen.

Wir trauern mit der ganzen Community und unseren Freundinnen und Freunden beim LSVD. Unser besonderes Mitgefühl gilt vor allem seinem Lebensgefährten und seiner Familie.