(Berlin, 17.05.2008) Aus Anlaß des Internationalen Tages gegen Homophobie (IDAHO) ruft der Bundesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) zu einem zentralen Gedenktag auf und die Jogjakarta-Prinzipien in Erinnerung.

„Ich bin der Ansicht, dass wir den 17. Mai als zentralen Gedenktag gegen Homophobie in ganz Deutschland begehen sollten. In Flandern ist der 17. Mai beispielsweise schon als nationaler Gedenktag anerkannt. Wir haben zwar während des gesamten Sommers in vielen großen und kleinen Städten Deutschlands inzwischen CSD-Demonstrationen. Was uns jedoch fehlt, ist ein gemeinsamer Gedenktag”, so der Bundesvorsitzende der LSU, Reinhard Thole.

Gerade in Deutschland kommt dem Datum eine besondere symbolische Bedeutung zu, erinnert dieser doch an den ehemaligen Strafrechtsparagraphen 175, der homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte.

„Persönlich hätte ich mir daher die Einweihung des Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten an diesem bedeutenden 17. Mai gewünscht. Vielleicht können wir aber ab dem nächsten Jahr zu diesem Datum mit der Bundesregierung eine zentrale Gedenkfeier organisieren“, so Reinhard Thole.

Abschließend erinnert Thole an die Jogjakarta-Prinzipien: „Die LSU unterstützt die Grundanliegen von Jogjakarta, die von internationalen Menschenrechtsexperten entworfen worden sind. Diese fordern, dass Homorechte Menschenrechte und diese universell sind.

Der Internationale Tag gegen Homophobie (IDAHO) geht auf eine Entscheidung der Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 17.05.1990 zurück, in der Homosexualität endgültig von der Liste
psychischer Krankheiten gestrichen worden ist.

Am 24. April letzten Jahres nahm das Europäische Parlament eine Resolution gegen Homophobie an und seitdem wird der 17. Mai in der EU als Internationaler Tag gegen Homophobie gefeiert.