LSU fordert Abbau von Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit HIV und AIDS sowie Förderung wirkungsvoller Prävention und Forschung

Weltweit leben rund 36 Millionen Menschen mit HI-Virus. Längst noch nicht haben alle Infizierten Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten. Zudem erleben Betroffene bis heute Diskriminierung und Ausgrenzung. Anlässlich des diesjährigen Welt-Aids-Tages erklärte der LSU-Bundesvorsitzende Alexander Vogt: „Es ist erschreckend, dass – obgleich die Zahl der Neuinfektionen in den Ländern der Europäischen Union und des europäischen Wirtschaftsraums leicht rückläufig ist – die WHO im Großraum Europa (zudem sie auch Russland, Kasachstan und Usbekistan zählt) einen Anstieg verzeichnet. Wurde das Virus 2007 im Großraum Europa noch bei 12 von 100.000 Bewohnern diagnostiziert, erhielten 2016 bereits 18,2 von 100.000 Bewohnern eine HIV-Diagnose. Rund 80 Prozent der Neuinfektionen wurden dabei im Osten Europas registriert. Ein Anstieg von mehr als 50 Prozent zeigt, dass Aufklärung nach wie vor erforderlich und der Slogan ‚Wir machen’s mit‘ nicht an Aktualität eingebüßt hat“.

Die LSU betrachtet daher auch die aktuelle Diskussion um PrEP sehr intensiv. Nach unserer Auffassung kann eine ausreichende Effektivität zur Verhinderung einer HIV-Infektion nur in Kombination mit intensiver begleitender Beratung und zusätzlichen Safer-Sex-Maßnahmen, wie der Verfügbarkeit von Kondomen und der Diagnose und Behandlung von anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, sichergestellt werden. Andere kritische Punkte sind u.a. eine mögliche Resistenzentwicklung und die Auswirkung einer Prophylaxe auf das Risikoverhalten. Darüber hinaus schützt eine PrEP nicht vor anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen. PrEP ergänzt somit den Schutz vor einer HIV-Infektion, ersetzt aber die Nutzung eines Kondoms nicht.

2017 findet der Welt-AIDS-Tag, der seit 1988 jährlich am 1. Dezember begangen wird, zum 29. Mal statt. Unter dem Motto „Positiv zusammen leben“ will die diesjährige Kampagne Berührungsängste abbauen und zeigen, dass positiv zusammen leben zwischen Menschen mit und ohne HIV bereits stattfindet und möglich ist.