Die Tabuisierung des Themas HIV/AIDS führt dazu, dass sich viele Infizierte an den Rand der Gesellschaft zurückgedrängt fühlen. Gleichzeitig ist ihr Umfeld verunsichert, wie es mit den Betroffenen umgehen soll. Die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) fordern daher alle Vertreter aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik auf, das Tabu gegenüber HIV/AIDS abzubauen und einen offenen Umgang mit dem Thema zu fördern.

Alexander Vogt, Vorsitzender der LSU Deutschlands:
„Eine bewusste Ignoranz der Krankheit in der Gesellschaft führt zur Verschleierung der Fakten, nicht zur besseren Prävention. Nur der offene und sachliche Umgang mit HIV/AIDS führt zu einer aufgeklärten Gesellschaft und wird der Krankheit und der Menschenwürde der Betroffenen gerecht. Die beste Art der Aufklärung ist die Integration von HIV-Infizierten im Lebensalltag. – In Vereinen, Parteien, bei der Arbeit. In diesem Zusammenhang halten wir die Bereitschaft Betroffener, mit dem Thema offen umzugehen, für sehr wichtig, um die Akzeptanz der Krankheit in der Gesellschaft zu erhöhen. Die aktuell sinkende Rate der Neuinfektionen scheint zwar erfreulich. Allerdings darf die Gefahr einer Ansteckung dadurch nicht in Vergessenheit geraten. Um das kollektive Bewusstsein für diese gefährliche Krankheit zu schärfen, bedarf es mutiger Gesichter. Und entschlossene Menschen, die ihres zeigen. Diese Menschen gibt es. Sie verdienen eine hohe Anerkennung, dass sie sich dem Risiko der Diskriminierung aussetzen, um sie zu bekämpfen.“

Vorurteil: Schwulenkrankheit

Zur Aufklärung gehört es auch entgegen verbreiteter Vorurteile daran zu erinnern, dass HIV/AIDS keine Krankheit ist, die sich nur unter homosexuellen Männern ausbreitet. Menschen aus anderen Kulturräumen zum Beispiel wachsen häufig mit einer anderen sexuellen Kultur und dem Verbot der Verhütung auf. Sie über die Möglichkeiten der Prävention zu informieren, ist ebenfalls eine wichtige Aufgabe. „Unser Respekt gilt  alldenjenigen, die sich in ehrenamtlichen Projekten und Programmen innerhalb und außerhalb der schwul-lesbischen Community der Bekämpfung von HIV/AIDS und von Diskriminierung aufgrund von HIV/AIDS widmen.“, so Vogt.