Alexander Vogt: „Gemeinschaftliche Adoption muss nun folgen!“

 

Der Bundesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) hat die Entscheidung des Deutschen Bundestags die sogenannte Sukzessivadoption auch für eingetragene Lebenspartner einzuführen, grundsätzlich begrüßt. „Die Sukzessivadoption ist allerdings lediglich ein weiterer Schritt der vollen Gleichstellung, den das Bundesverfassungsgericht mit einem Urteil im vergangenen Jahr erzwungen hat“, erklärte der LSU-Bundesvorsitzende Alexander Vogt. „Die LSU setzt sich deshalb weiterhin nachdrücklich für die Möglichkeit der gemeinschaftlichen Adoption ein.“ Die Neuregelung bringe nun das kuriose Ergebnis mit sich, dass eine Sukzessivadoption zwar innerhalb einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft möglich sei, nicht aber innerhalb einer bestehenden Ehe, also über eine zunächst lediglich einzelne Adoption durch nur einen Ehepartner. In einer Ehe sei nach wie vor nur die gemeinschaftliche Adoption möglich.

Der LSU-Vorsitzende hob hervor, dass jede gesetzliche Regelung sich am Kindeswohl orientieren müsse. „Es geht doch beileibe nicht um ein ‚Recht‘ auf Adoption für Erwachsene, sondern in der Praxis darum, Kindern auch die gemeinschaftliche Adoption durch ein schwules oder lesbisches Paar zu ermöglichen. Vor allem aber geht es juristisch betrachtet um eine rechtliche Gleichstellung!“, so Vogt. „Die Parteiführungen und die Abgeordneten von CDU und CSU müssen sich nun endlich einen Ruck geben und dürfen nicht weiter den Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts hinterherhecheln.“ Am Ende werde es doch bei jeder Adoption – gleich ob durch Ehepaare, Einzelpersonen oder durch schwule/ lesbische Paare – eine Einzelfallentscheidung geben. „Und für die Einzelfallentscheidung zählt nur ein Kriterium: das Kindeswohl!“

Alexander Vogt verwies darauf, dass sich mittlerweile selbst Kirchenvertreter, wie heute erst der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau, Volker Jung, für die Möglichkeit der gemeinschaftlichen Adoption stark machten. „Wenn schon Kirche in Deutschland soweit ist, dann sollte doch auch die Politik, dann sollten auch Christdemokraten und Christsoziale soweit sein“, erklärte Vogt.