Kranzniederlegung am Denkmal für die im Dritten Reich verfolgten Homosexuellen

 

Der Bundesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) gedenkt aller Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. „Der Auschwitz-Gedenktag mahnt alle Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, die Erinnerung an die Schreckensherrschaft der Nazis und den millionenfachen Mord an den europäischen Juden und vieler weiterer Verfolgter des Regimes stets wachzuhalten und mit allen Demokratinnen und Demokraten dafür einzutreten, dass Hass und Gewalt niemals wieder von deutschem Boden ausgehen“, erklärte heute der LSU-Bundesvorsitzende Alexander Vogt.

Vor 70 Jahren – am 27. Januar 1945 – wurden das Vernichtungslager Auschwitz und die letzten der dort noch verbliebenen Häftlinge von sowjetischen Truppen befreit. Der 27. Januar wurde 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Professor Roman Herzog zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ proklamiert und ist seitdem in Deutschland gesetzlicher Gedenktag. An diesem Tag wird aller Opfer des NS Regimes gedacht: „Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden“, so hat es Bundestagspräsident Norbert Lammert vor einigen Jahren einmal zusammengefasst.

„Als Interessenvertretung für Lesben und Schwule, bi-, trans- und intersexuelle Menschen gedenken wir natürlich ganz besonders der Frauen und Männer, die aus Gründen ihrer sexuellen Identität Opfer der Nazis wurden, verfolgt, gequält und ermordet wurden“, erklärte Alexander Vogt. Mitglieder der LSU werden morgen gemeinsam mit Vertretern der CDU/CSU-Bundestagsfraktion an der vom Lesben- und Schwulenverband (LSVD) und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas organisierten Gedenkfeier am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin-Tiergarten teilnehmen und einen Kranz niederlegen. „Die Verbrechen der Nazis sind singulär in der Geschichte“, betonte Vogt. „Trotzdem erinnern wir an diesem Tag auch daran, dass auch heute noch in vielen Länder der Welt Homosexuelle strafrechtlich verfolgt, inhaftiert und in einigen Ländern sogar zum Tode verurteilt werden – allein
aufgrund ihrer sexuellen Identität.“

Umso wichtiger sei es, dass gerade auch in der westlichen Welt immer wieder an die Errungenschaften der Freiheit und der freien Entfaltung der Persönlichkeit sowie den unveräußerlichen Schutz der Menschenwürde erinnert werde. „Diese Werte sind alles andere als selbstverständlich und müssen jeden Tag aufs Neue verteidigt werden“, so Vogt. „Die Geschichte mahnt uns, den Kampf gegen Unrecht, Hass und Gewalt jeden
Tag erneut aufzunehmen.“