Im Rahmen eines ersten NetzwerkDIALOGs treffen sich Lesben und Schwule in der CSU und deren Unterstützer nach dem CSU-Parteitag, um sich in Bayern zu organisieren.

Nachdem die Bundesmitgliederversammlung der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) vor zwei Wochen die „Mainzer Erklärung“ zur Öffnung der Ehe verabschiedet hat, organisiert sich auch eine stärkere Zusammenarbeit von Schwulen und Lesben und deren Unterstützer innerhalb der CSU. Das erste Treffen findet im Anschluss an den diesjährigen Parteitag statt.

Im Fokus des Parteitags stehen dieses Jahr die Themen Migration, Leitkultur und Integration. Gerade im Zuge der zu erwartenden Flüchtlingsdebatte besteht jetzt die Möglichkeit eine Leitkultur und die Werte innerhalb der Partei zu definieren. Bundespräsident Gauck hat den Wert der Gleichberechtigung in Bezug auf die Flüchtlingsdebatte bereits thematisiert. Am Tag der Deutschen Einheit stellte Gauck die Gleichberechtigung homosexueller Menschen als zentralen Wert unserer Gesellschaft dar:

„Hier ist die Würde des Menschen unantastbar. Hier hindern religiöse Bindungen und Prägungen die Menschen nicht daran, die Gesetze des säkularen Staates zu befolgen. Hier werden Errungenschaften wie die Gleichberechtigung der Frau oder homosexueller Menschen nicht in Frage gestellt und die unveräußerlichen Rechte des Individuums nicht durch Kollektivnormen eingeschränkt – nicht der Familie, nicht der Volksgruppe, nicht der Religionsgemeinschaft. Und vor diesem Hintergrund gewinnt der Satz, den wir alle kennen – Toleranz für Intoleranz darf es nicht geben – seine humane Basis. Und noch etwas: Es gibt in unserem Land politische Grundentscheidungen, neben den eben angesprochenen, die ebenfalls unumstößlich sind. Dazu zählt unsere entschiedene Absage an jede Form von Antisemitismus und unser Bekenntnis zum Existenzrecht von Israel.“ (Bundespräsident Gauck am 3. Oktober 2015).

„Die LSU fordert deshalb die Abschaffung aller noch bestehenden Ungerechtigkeiten und die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare. Die Gleichberechtigung der Homosexuellen, die Kern unserer freiheitlichen Gesellschaft ist, muss sich in Pflichten und Rechten wiederspiegeln. Wenn es ein konservatives Thema in unserem Land gibt, dann das, dass zwei Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Immer mehr Mitglieder in CDU und CSU erkennen das“, erklärte der Bundesvorsitzende der LSU Alexander Vogt.

Es ist jetzt an der Zeit, dass sich die CSU zur vollkommenen Gleichstellung bekennt. Auch in der CSU sieht man: der Einfluss der Homosexuellen, ihrer Familien, Freunde und Unterstützer, nimmt auch innerhalb der CSU kontinuierlich zu. Mittlerweile gibt es mehrere offen homosexuell lebende Mandatsträger in der CSU auf allen politischen Ebenen. Sie haben bei Wahlen sehr gute Ergebnisse erzielt.

Aus Sicht des bayerischen Netzwerks ist es überfällig, dass die CSU auch in der Gesellschaftspolitik wieder den Anschluss an die Lebenswelt der Menschen findet. Die Ablehnung der völligen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften erweist sich dabei immer als eine programmatische Achillesferse. Die CSU hat mit einer Gleichstellung mehr zu gewinnen als zu verlieren.

 

Pressemitteilung als PDF: 15-11-19_PI Lesben und Schwulen in der CSU organisieren sich im Rahmen des Parteitags