Bundesmitgliederversammlung bestätigt Vorsitzenden mit 93,5 % im Amt und beschließt Papiere zu Wirtschaft, Familie und Sicherheit

Die Bundesmitgliederversammlung der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) hat auf ihrer Tagung am vergangenen Wochenende in Hamburg einen neuen Vorstand gewählt. Alexander Vogt (Frankfurt) wurde mit 93,5 Prozent der Stimmen als Vorsitzender im Amt bestätigt und wird den Verband für weitere zwei Jahre führen. Als Stellvertreter wiedergewählt wurde Carsten Sura (Berlin), neuer Stellvertreter und damit Nachfolger von Sönke Siegmann wurde Christian Röbcke-Gronau (Hamburg). Uwe Bruchhausen (Odenthal) löst Christian Hölting als Bundesschatzmeister ab. In ihren Ämtern bestätigt wurden Matthias Block-Löwer als Bundesgeschäftsführer und Stefan Löwer als Bundespressesprecher (beide Wiesbaden).

Den Vorstand komplettieren als Beisitzer Petra Többe (Visselhövede), Patrick M. Slapal (München), Dirk Braitschink (Berlin), David Scharf (Leipzig), Philipp Pohlmann (Köln), Benjamin Daniel Thomas (Essen), Markus Klaer (Berlin), Henning Fries (Namborn) und Michael Ziegler (Gründau).

In seinem Jahresbericht verwies Vogt auf zahlreiche Aktivitäten des Bundesverbandes in den abgelaufenen zwölf Monaten. Im Mittelpunkt der Arbeit stand die Jahreskampagne „Nein zur Hassgewalt!“. Während der gesamten CSD-Saison hat die LSU auf die Zunahme von Hassgewalt-Delikten aufmerksam gemacht und eine Reihe von Forderungen an Politik und Justiz gerichtet. Vorstandsmitglieder der LSU führten während des gesamten vergangenen Jahres diverse Gespräche mit Bundes-, Landes- und Europapolitikern der Union, um ihre Positionen in die Mutterparteien CDU und CSU hineinzutragen. „Im Herbst dieses Jahres konnten dann einige Früchte unserer Arbeit geerntet werden“, berichtete Vogt. Mitte September fand zunächst das Jahrestreffen der European LGBT Centre-Right Alliance in Helsinki statt, bei dem Alexander Vogt erneut zum Präsidenten gewählt wurde. Anfang Oktober wurde in Dresden der Landesverband Sachsen, und damit der achte Landesverband der LSU gegründet. Und schließlich hat die Unionsfraktion im Deutschen Bundestag der Rehabilitierung der Opfer des Strafrechtsparagraphen 175 zugestimmt, was auch auf die nachdrückliche Zusammenarbeit von LSU und den ihr nahestehenden Abgeordneten von CDU und CSU zurückzuführen ist. Außerdem konnte die LSU in diesem Jahr die Berufung ihres Vorsitzenden Vogt in den CDU-Bundesfachausschuss Familie, Senioren, Frauen und Jugend als Erfolg für sich verbuchen.

Auf ihrer zweitägigen Versammlung, die in diesem Jahr vom Regionalverband Nord unter Leitung von Christian Röbcke-Gronau ausgerichtet wurde, konnten die Mitglieder mit dem Landesvorsitzenden der CDU Hamburg und Ehrenvorsitzenden der LSU, Dr. Roland Heintze, einen prominenten Gast begrüßen, der die aktuelle Stimmungslage in der Union hervorragend analysierte und für eine stärkere Einbindung aller Flügel der Partei – des liberalen, des christlich-sozialen und des konservativen – warb. Heintze forderte auch die LSU auf, sich breiter thematisch aufzustellen und wirtschafts- und sicherheitspolitische Standpunkte zu formulieren. Auf der anderen Seite sah er aber auch die Notwendigkeit, dass sich die CDU stärker zu Themen hin öffnet, die den Alltag der Menschen bewegen, wie bspw. die Balance von Arbeit, Freizeit und Familienzeit: „Die CDU muss stärker auf Veränderungen von Gesellschaft und Lebensentwürfen reagieren, um auch in Zukunft Volkspartei zu bleiben und breite Mehrheiten von ihrer Politik überzeugen zu können“, so Heintze.

Auf der Bundesmitgliederversammlung wurde nicht zuletzt auch inhaltlich diskutiert. So waren der Hamburger Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg und Dennis Gladiator, Abgeordneter der Hamburger Bürgerschaft, mit Impulsvorträgen zu den Themen Familie und Innere Sicherheit zu Gast. Während Marcus Weinberg über einen in Umfragen zu verzeichnenden Kompetenzverlust der Union in der Familienpolitik in den vergangenen Jahren und neue Vorschläge für ein familienfreundlicheres Steuersystem berichtete, legte Gladiator den Fokus darauf, dass in der Innen- und Sicherheitspolitik die Opferperspektive künftig eine stärkere Rolle spielen müsse. Gleichzeitig müssten aber auch die Bereiche Prävention und Fortbildung der Sicherheitskräfte sowie der Personalmangel bei Polizei und Justiz in einigen Ländern angegangen werden.

Die Bundesmitgliederversammlung verabschiedete daraufhin drei Papiere, in denen die LSU sich u.a. für ein neues Familienbild positionieren will, mit Unternehmen und Kammern über das Thema Diversity-Management ins Gespräch kommen will und sich dazu bekennt, die Kampagne zur Hassgewalt fortzuführen und die darin gestellten Forderungen innerhalb der eigenen Parteien und gegenüber den zuständigen Behörden nachhaltig zu platzieren.

Pressemitteilung als PDF: 16-10-26_PI Alexander Vogt bleibt LSU-Vorsitzender.pdf