Bundesmitgliederversammlung wählte 45-Jährigen am Wochenende in dritte Amtszeit

 

Die LSU-Mitglieder haben entschieden: Alexander Vogt ist alter und neuer Bundesvorsitzender der Lesben und Schwulen in der Union (LSU). Der 45-Jährige erhielt bei der Bundesmitgliederversammlung am vergangenen Wochenende in Berlin 92,5 % der Stimmen und startet damit in seine dritte Amtszeit. „So ein Ergebnis ist immer ein besonderer Vertrauensbeweis und zugleich eine Herausforderung. Angesichts der Dinge, die wir in Deutschland noch stemmen müssen, tut so ein Rückhalt aber gut. Das zeigt uns, wir sind auf der richtigen Spur.“ Neue Stellvertretende Bundesvorsitzende sind Carsten Sura und Sönke Siegmann. Als Bundesschatzmeister wurde Christian Hölting wiedergewählt. Darüber hinaus wählten die Mitglieder acht Beisitzer in den Bundesvorstand: In ihren Ämtern bestätigt wurden Matthias Block-Löwer, Dirk Braitschink, Stefan Löwer, Benjamin Thomas und Michael Ziegler. Neu als Beisitzer in den Vorstand gewählt wurden Benjamin Hövelkamp, Markus Pingel und Jane Thomas.

Auf seiner anschließenden konstituierenden Sitzung traf der neu gewählte Bundesvorstand weitere personelle Entscheidungen: Neu in den Vorstand kooptiert wurde Petra Többe, zum neuen Bundesgeschäftsführer wurde Matthias Block-Löwer ernannt und Stefan Löwer als Bundespressesprecher im Amt bestätigt. Neben den Gewählten gehören qua Amt auch die Regionalvorsitzenden Alina Gloger (Ost), Sven Sprenger (West) sowie Christian Röbcke-Gronau (Nord) dem Bundesvorstand an. Die Regionalvorsitzende Süd, Jane Thomas, ist als Beisitzerin gleichzeitig gewähltes Bundesvorstandsmitglied.

„Wer behauptet, es gäbe in Deutschland keine Diskriminierung von Homosexuellen mehr, der lebt nicht in der Realität. Das ist in Deutschland immer noch ein großes Problem. Die Krawalle in Frankreich zeigen, dass selbst in Westeuropa noch viel im Argen liegt. Um wie viel mehr erst in Osteuropa, worauf wir auf europäischer Ebene auch unseren Fokus legen wollen“, so Alexander Vogt. In seinem Jahresbericht hatte der Bundesvorsitzende zuvor als eine der herausragenden Aktivitäten die Gründung des europäischen LSBT-Netzwerks von Mitte-rechts Parteien (European Centre-Right LGBT Alliance) hervorgehoben, dem neben der deutschen LSU Partnerorganisationen aus Finnland, Schweden, Frankreich und Großbritannien sowie Israel angehören. In dessen Rahmen nahm die LSU – begleitet von den Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Kaufmann und Dr. Bernd Fabritius, dem Gleichstellungsbeauftragtem des Menschenrechtsausschusses, – an einer Reise nach Israel teil, zu der auch ein Besuch der Knesset sowie die Teilnahme am Tel Aviv Gay Pride gehörten.

Zweiter Höhepunkt des Jahres war der Parlamentarische Jahresempfang der LSU, der in der vergangenen Woche erstmals im Konrad-Adenauer-Haus, der Bundesgeschäftsstelle der CDU, stattfand. Der Generalsekretär der Bundes-CDU, Dr. Peter Tauber, hatte an dem Abend erklärt: „Die LSU ist ein ganz selbstverständlicher Teil der Union.“ Es sei auch kein Widerspruch, sich gleichzeitig für eine rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen und für die Förderung von Familien einzusetzen.

Neben zahlreichen Gesprächen mit Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern von CDU und CSU inklusive der Begleitung der Koalitionsverhandlungen von Union und SPD auf Bundesebene gehörten auch Treffen und Gespräche mit Vertretern von LSBTI-Organisationen und anderen Parteien zum Jahresprogramm. Thematisch standen dabei insbesondere die gemeinschaftliche Adoption durch gleichgeschlechtliche Lebenspartner sowie das verstärkte Eintreten für eine breite gesellschaftliche Akzeptanz von Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität im Vordergrund. Die Bundesmitgliederversammlung gedachte außerdem in einer Trauerminute ihres Vorstandsmitglieds Hans-Christian Knorr, der Ende vergangenen Jahres plötzlich und unerwartet verstorben war.

Für die Berliner CDU, in deren Räumen die LSU ihre Versammlung abhielt, sprach der Generalsekretär Kai Wegner, der gleichzeitig Großstadtbeauftragter der CDU Deutschlands ist, zu den LSU-Mitgliedern: Er bezog dabei eindeutig Stellung für den gesellschaftlichen Stellenwert von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und sagte an die eigene Partei gerichtet: „Wenn es ein konservatives Thema in unserem Land gibt, dann das, dass zwei Menschen füreinander Verantwortung übernehmen!“